Unser Essen

Das Essen im Kinderschiff

Die Grundlagen für das Essen im Kinderschiff bilden eine ausgewogene Ernährung unter Berücksichtigung der Um- und Mitwelt.

Ausgewogen bedeutet für uns unter anderem, dass überflüssige Nahrungsmittel wie Gebäck, Weißbrot, Knabberzeug, Kekse, übersüßte Säfte, Müsliriegel, schokoladenversetzte Jogurts, um nur einige zu nennen, nicht auf unserem Speisezettel zu finden sind.

Berücksichtigung der Um- und Mitwelt heißt in der Umsetzung für uns:

Nahrungsmittel mit möglichst kurzen Transportwegen; Obst und Gemüse der jeweiligen Jahreszeit entsprechend und Fleisch und Wurst von Tieren aus artgerechter Tierhaltung.

Zu Nahrungsmitteln mit möglichst kurzen Transportwegen:

Lange Wege beinhalten zwei Probleme:

1. Der Transport mit Lastwagen oder Flugzeug bedeuten einen hohen Energieverbrauch und Schadstoffausstoß.
2. Lebensmittel müssen behandelt werden, damit sie diese Wege ohne Befall (z.B. Pilze) überstehen oder, bei    Flügen, keine fremden Organismen mit ins Land bringen.

Wenn diese Lebensmittel auch noch „billig“ sind, kann dies nur bedeuten, dass auf der Strecke von der Produktion bis zum Endverbraucher irgendwer nicht auf seine Kosten kommt bzw. ausgebeutet wird.

Zu Obst und Gemüse der Saison:

Uns ist bewusst, dass es ein Problem darstellt, nur Obst und Gemüse der Saison zu kaufen/essen und sich die Verwirklichung gerade in den langen Wintermonaten schwierig darstellt. Wir essen auch gerne Orangen, Mandarinen, Ananas – obwohl, oder gerade weil sie nicht bei uns wachsen. Doch auch diese Früchte haben eine Saison, die man beachten kann. In unserer Gegend gibt es von Oktober bis April wenig frisches Obst und Gemüse (Äpfel, Spätkarotten, Gelagertes). Wir greifen daher gerne auf Gurken, Paprika, Tomaten aus unseren Nachbarländern oder/und  aus Gewächshäusern  zurück. Hier könnt Ihr z.B. schauen, welcher Händler Gurken etc. aus deutschen Gewächshäusern anbietet, anstatt schnell zur Ware aus Spanien/Holland zu greifen.

Es ist schwierig, in der globalisierten Welt ein gesundes Maß zu halten – gute Anhaltspunkte für uns sind zum Beispiel: Im Winter keine Erdbeeren aus Südamerika oder biologische Kartoffeln aus Afrika.

Zu den Säften:

Wenn Saft, dann verdünnt! Dies senkt den Zuckerwert enorm. Es ist fraglich, ob die hinzugefügten Vitamine eines produzierten Saftes vom Körper überhaupt gut aufgenommen werden. Zur Verpackung ist noch zu sagen, dass einzeln verpackte kleine Säfte eine hohe Müllmenge bedeuten (und auch in der Produktion einige Probleme erzeugen).

Im Kinderschiff gibt es daher Wasser und Melissen-/Minztee aus unserem Garten.

Zum Joghurt:

Ein industriell bearbeiteter und veränderter Joghurt, z.B. mit Schokoladenstückchen, ist überflüssige Luxusnahrung ohne besonderen Nährwert. Ein naturbelassener Joghurt wird auch gern gegessen und kann mit selbstgekochter Marmelade oder Honig bereichert werden.

Zu Fleisch und Wurst:

Wir streben an, kein Fleisch von Tierzüchtern zu kaufen, die Tiere durch Massenhaltung zu einer Ware/Sache in einer Produktionskette machen, deren Ziel es ist, möglichst billiges Fleisch in Übermengen zu jeder Zeit an jedermann zu verkaufen. Diese, unsere Haltung entspricht den Gedanken aus unserem Leitbild (Konzept Seite 3: Das Wahrnehmen, Kennenlernen, Achten und Schützen unserer Mitwelt (all das, was uns umgibt). Dazu gehören Tiere, die mit uns auf dieser Erde leben und uns auch das ein oder andere vorzügliche Mahl bescheren. Respektvoll und achtsam mit diesen Gaben unserer Mitlebewesen umzugehen, ist ein Anliegen des Kinderschiffteams.

Daher kein Fleisch oder Wurst von Großmärkten und Handelsketten.

Auf dem Land ist es noch möglich, Metzger zu finden, die ihre Tiere von Bauern aus der Umgebung kaufen und selbst schlachten. Dies ist in der Stadt schwierig. Daher bitten wir (wenn Ihr keinen Metzger kennt, der Fleisch von regionalen Tieren, die nicht aus großen Massentierhaltungen stammen, verkauft) Fleisch oder Wurst nur vom Biohändler – und zwar möglichst regional zu kaufen. Weil dies eine kostspielige Angelegenheit ist, gibt es bei uns nur selten Fleisch und Wurst. Wurst zum Beispiel, wenn am Kochtag Pizza gebacken wird, Würstl zum Grillen beim Schulkinderübernachten (Nacht unter den Sternen).

Wir wollen kleine, machbare Schritte in eine Richtung gehen, die ein Bewusstsein für ein heutzutage angemessenes und achtsames Verhalten für sich, die Kinder und unsere Umwelt schaffen. Dies könnte dann auch zur Gewohnheit werden. Und letztlich geht es uns um eine gesunde und ausgewogene Ernährung Eurer Kinder.

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